Die
Zone, in der sich unser Gutshof befindet, liegt an einer
natürlichen Wasserscheide, die die Provinzen Siena
und Arezzo von einander trennt. In den vergangenen Jahrhunderten
präsentierte sich diese Gegend als wichtiger Kontenpunkt
der Kommunikation zwischen der Maremma, folglich zwischen
der Küste und der Hügellandschaft. Der Bereich
der Hügellandschaft, mit seiner äußerst
gesunden Luft, entwickelte sich durch verschiedene Ablagerungen
aus der Bronzezeit und zeigt ihre Besonderheiten durch
interessante Windformationen.
Diese Plätze,
studiert und erforscht in den 70er Jahren durch eine
Gruppe von Wissenschaftlern der archäologischen
Fakultät der Universität von Florenz, können
besichtigt werden. Mit etwas Glück kann man dort
einige bearbeitete Kiesel, Pfeilspitzen und Fragmente
von Arbeitsutensilien aus längst vergangenen
Tagen finden. Die wichtigsten Fundstücke, gemeinsam
mit denen aus der Zeit der Etrusker und der Römer,
die aus Gräbern und ausgegrabenen Villen stammen,
sind im Archäologischem Museum von Arezzo zu
bewundern und finden sich überall auf unserem
Territorium.
Unser Gutshof
wurde praktisch von der entlanglaufenden Straße,
“Via del Ferro”, auf denen die Etrusker
ihren Pyrit transportierten, durchkreuzt. Der Pyrit
stammte von der Insel Elba und wurde in die Schmieden
von Arezzo transportiert. Entlang dieser Straße
befanden sich viele kleine Ortschaften, Häuser,
Geschäfte und Werkstätten. Bei einigen dieser
Bauwerke erscheint es, als ob sie keinerlei Spuren
hinterließen, sofern man diese nicht mit den
Augen eines Experten betrachtet.
Vieler dieser Bauwerke wurden restauriert und heute
als Agriturismo (Ferien auf dem Gutshof) angeboten.
Die Restaurierung fand auf den alten, noch verbliebenen
Mauerwerken statt. Die toskanischen Geschichtsbücher
aus dieser Zone sind diesbezüglich reich an Informationen.
Im Mittelalter verschanzte sich die Bevölkerung
in den Zonen Rapale und Palazzuolo. Die Dörfchen
in den Hügellandschaften waren einfacher gegen
Attacken und Raubzüge zu verteidigen. Während
dieser Zeit, entlang der Wasserscheide, wurden meist
auf den etruskischen und römischen Ruinen kleine
Kastelle zur Verteidigung errichtet. Palazzuolo Vecchio
zum Beispiel war eines dieser Kastelle. Die andauernden
Streitigkeiten zwischen Siena und Arezzo machten leider
auch vor diesen Bauwerken nicht halt, die nach und
nach von den Invasoren zerstört wurden.
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Aus der Zeit von 620 bis 1600 gibt es Notizen über
das Territorium unseres Gutshofes. Hier müssen
sich 4 oder 5 Kirchen und Pfarreien befunden haben,
die von Mönchen geleitetet wurden (Johanniterorden
oder auch Templer). Es wurden sehr viele Legenden
dazu entdeckt, einige Originale davon sind sicherlich
heidnischen Ursprungs: „Das Huhn das goldene
Eier legt“ (Etruskisch), „Die alte Hexe,
die böse Streiche an Wanderern verübt“,
„Die Geister“ ( Ein Reiter mit brennenden
Augen, der auch in heutigen Zeiten angeblich noch
gesehen wird), „Die Feen und die Kobolde von
Borro della Vecchia“. In diesen Zeiten und ganz
besonders um 1000, hatte Rapale und Palazzuolo viel
mehr Einwohner als heute. In dieser Zone regierten
auch die Langobarden, ganz besonders in Richtung Aretino
(Poggio Sala).
Die nachfolgenden Geschichtsbeschreibungen sehen diese
Zone auch als Kriegs- und Kampfschauplatz. Tatsächlich
waren unsere Wälder auch Kriegsschauplatz des
Zweiten Weltkrieges, zwischen den Alliierten und dem
deutschen Militär, als sie auf dem Rückzug
waren. Zeitzeugen dafür sind heute noch die Schützengräben,
die aus den Steinen der alten Bauwerke der Etrusker
und Römer, erbaut wurden.